Was ist eigentlich Vintage?
Im Deutschen wird der Begriff Vintage eigentlich nur in Verbindung mit Mode- oder Designrichtungen gebraucht. Es bedeutet dann, dass die Kleidung, Schuhe oder Accessoires im Look der 1930er bis 1970er -Jahre gestaltet wurde. Ein Kleidungsstück ist dann Vintage, wenn es aus einer älteren Kollektion eines Designers stammt oder auf „gebraucht“ gemacht worden ist. Eigentlich also nicht so kompliziert, jedoch sind im Englischen nur wirklich alte Sachen vintage, alles andere ist retro.
Ursprüngliche Bezeichnung
Ursprünglich bezog sich die englische Vokabel „vintage“ auf den Prozess der Weinlese, diese Begrifflichkeit hat sich dann aber in Richtung Jahrgang verschoben. Bei Alkohol und Zigarren steht Vintage für die Ernte eines besonders guten Jahres. Im allgemeinen Sprachgebrauch veränderte sich dann die Bedeutung hin zu „alt“, „selten“ und „original“.
Allgemeine Umschreibung
Im Prinzip gilt das auch für den Terminus in Bezug auf Kleidung. Allgemein kann man sagen, dass Kleidung die vor den 1920er-Jahren hergestellt wurde, antik ist. Kleider von 1920 bis in die 1980er Jahre bezeichnet man als Vintage. Retro (kurz für Retrospektive) bezieht sich normalerweise auf Kleidung, die den Stil einer vorherigen Zeit nachahmt. Aber auch hier sind die Grenzen mittlerweile verwischt und oft wird Vintage und Retro gleichbedeutend verwendet.
Die meiste Vintage Kleidung ist Second Hand, wurde als schon mal getragen. Jedoch gibt es auch noch einige Teile, die wie neu sind, weil sie aus Lagerauflösungen stammen und teilweise noch originale Schilder dran haben. Diese sind natürlich wertvoller als die getragenen Kleidungsstücke.
Die 1990er-Jahre: Vintage wird salonfähig
Die Nachfrage für Second Hand Kleidung ist schon immer da. Jedoch wurde die Vintage Mode erst Anfang der 1990er-Jahre so richtig salonfähig. Die Neunziger Jahre, die von neuen Technologien geprägt sind, haben zu einem Comeback der Sechziger und Siebziger Jahre geführt. Ich selbst habe in den 1990er-Jahren viele Klamotten in Second Hand Läden gekauft – und zwar bewusst. Nicht nur, weil es günstiger war, als die Sachen neu zu kaufen, sondern auch als Art Tribut an die „gute alte Zeit“.
Musikalisch sind Britpop-Bands wie Supergrass, Oasis oder The Verve in Deutschland populär geworden und haben mit ihrem alternativen Stil auch den Kleidungsstil ihrer Fans beeinflusst. Während meine Eltern unverständlich in meinen Kleiderschrank blickten, zerissene Schuhe und Hosen mit einem Stirnrunzeln beäugten, haben bald auch Schauspieler und Models den Trend aufgegriffen und zeigten sich mit Vintage Klamotten. Vorneweg Julia Roberts, die bei den Oscars 2001 ein Valentino-Kleid aus dem Jahr 1982 an hatte.
Julia Roberts in ihrem Valentino Vintage Kleid
Warum Vintage?
Du bist einzigartig: Mit einem Vintage Stück ist man (fast) einzigartig. Während es mit H&M Klamotten leicht passiert, das man seine eigenen Kleider an jemandem anderen sieht, kann dies mit Second Hand Ware nicht passieren. Die meisten Kleidungsstücke gibt es eben nicht mehr so oft oder wurden von Anfang an in kleinen Mengen hergestellt.
Du bekommst gute Qualität: Kleidung wurde früher so hergestellt, dass man sie Jahre lang tragen konnte und noch an Familienmitglieder weitergeben konnte. (Das kann jeder Ü30 mit Geschwistern bestätigen…)
Du hast besondere Details: Viele Vintage Teile zeichnen sich durch die kleinen Details aus: ungewöhnliche Knöpfe, handgeklöppelte Spitzenapplikationen oder aufwändige Sticktechniken machen die Kleidung zu Unikaten.
Was sind deine Gründe für (oder gegen) Vintage?
(Quellen: wikipedia.de und wikipedia.org und die Berliner Zeitung)
Autorin: Claudia







9 Kommentare
Super Beitrag. Endlich habe ich es kapiert. Kein Scherz, aber gerade wir Jungs im Büro hatten die Bedeutung nie so richtig verstanden.
… da kann ich Peter nur beipflichten … wir waren uns nie so richtig sicher … Danke fürs aufschlauen ;-)
Ich nehme mich bei den “Jungs im Büro” aus. Als Allwissender war mir die Bedeutung des Begriffs Vintage natürlich klar :)
Na, dann bin ich ja froh :-) Wieder mal die Welt gerettet ;-)
Guten Abend. Habe den beitrag nur ueberflogen aber musste schon schmunzeln. Bin gespannt auf eine Vorsetzung.
[...] die Welt in Fetzen, lass uns drinnen Speck ansetzen“… die Gegenüberstellung von Vintage-Produkten und Werken Alberto Burri (1915-1995) könnte für manch einen wohl kaum [...]
[...] Vintage nicht immer gleich Vintage ist, haben wir in letzter Zeit ja öfters erlebt. Meiner Ansicht nach ist [...]
[...] hängt die Welt in Fetzen, lass uns drinnen Speck ansetzen“… die Gegenüberstellung vonVintage-Produkten und Werken Alberto Burri (1915-1995) könnte für manch einen wohl kaum kontrastreicher [...]
[...] interessiert euch dafür, was Vintage eigentlich bedeutet? Dann lest diesen Artikel auf dem edelight Vintage-Blog von [...]
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